Heute (30. November) ist es soweit. Die erste Motorboot-Fahrstunde auf dem Rhein ist angesagt.
Ich fahre mit dem Schnellzug nach Liestal, von dort sind es 8 Kilometer bis zum Hafen Augst an der Ergolzmündung. Roman lässt mich 10 Minuten warten: Zeit genug für ein paar Schnappschüsse vom Hafen und Begutachtung der hier liegende Schiffe. Alles Einheimische. Kein Fremder legt hier an, jedenfalls ausserhalb der Saison. Fast alles Motorboote, ein Segler, ein Weidling. Aus einem der Motorboote dringt Musik. Es ist voller Werkzeug, und ein Teil der Innenausstattung fehlt. Der Eigentümer befindet sich wohl unter Deck.
Dann ist Roman fertig mit seinen Fahrschülerinnen und es geht zur Sache. Aussenbordmotor mit 80 PS, Kunststoffrumpf 6 Meter lang, 2 Meter breit, 60 cm Tiefgang. Echolot, und GPS sind vorhanden, aber wir fahren nach Tourenzähler.
Roman fährt aus dem kleinen Hafen hinaus in die Ergolz, wo er zwei Landemanöver am den Gäste-Steg demonstriert. Dann fahren wir den Rhein aufwärts. Bei 4000 U/min macht das kleine Boot flotte 35 bis 40 km/h, er nennt es ideale Reisegeschwindigkeit. Aber der Bug zeigt so weit in den Himmel wie ich es von untermotorisierten Hausbooten nie gekannt habe.
Anlegemanöver-Demonstration (immer gegen die Strömung) am Deutschen Steg der Kaiseraugster Fähre. Dann auf der Schweizer Seite Buglandung. Rheinabwärts kann ich wieder ans Steuer und muss nebenbei Theoriefragen beantworten. (Was tun, wenn jetzt der Motor ausfällt. etc).
Überraschenderweise ist die Stunde schon fast um. Ich darf noch durch den schmalen Schlupf in den Hafen einfahren, das Parkiermanöver macht der Chef.
Es ist wie immer auf dem Wasser: die Zeit scheint stillzustehen, und trotzdem geht sie wie im Nu vorbei.
Ich freue mich auf die nächste Fahrstunde.
Das Tagebuch eines Freizeitkapitäns und angehenden Motorbootführerscheininhabers. "Von der Idee bis zum Ziel", war die Idee. Leider waren dann die letzten Monate vor der Prüfung doch zu hektisch: für den A-Schein hat's gereicht (Hurra!), aber der Blog wurde dann lückenhaft, und die wichtigsten Stationen wurden nie beschrieben, schade!
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Sonntag, 1. Dezember 2013
Die erste Fahrstunde
Sonntag, 10. November 2013
Binnenschiffahrtsrecht
Die Schweizer Schifffahrt wird geregelt durch das Bundesgesetz über die Binnenschifffahrt, die Binnenschiffahrtsverordnung, die Abgasverordnung und die Ausführungsbestimmungen zur Abgasverordnung:
BSG -> BSV -> SAV -> AB-SAV
Auf den Grenzgewässern (Boden- und Genfersee, Tessin) gibt es Internationale Abkommen (BSO), dazu Reglemente und Ausführungsbestimmungen.
1. Ausweise
Ausweise gibt es für Schiffe, Schiffsführer und Besatzung. Ausweise müssen mitgeführt werden.
Jedes Schiff braucht einen verantwortlichen Führer. Schiffsführer ist, wer die tatsächliche Befehlsgewalt innehat.
Ein Führerausweis ist nötig für Motoren über 6 kW oder Segel über 15 Quadratmeter.
Ausweiskategorien:
2. Gewässer- und Umweltschutz
Kein Dreck über bord. Logisch. Wenn es doch passiert ist (oder zu passieren droht): Polizei benachrichtigen.
Emissionen (Lärm, Rauch, Abgas, Treibstoff): so viel wie "ordnungsgemäss sachgemäss unvermeidbar" ist erlaubt. Das sind
BSG -> BSV -> SAV -> AB-SAV
Auf den Grenzgewässern (Boden- und Genfersee, Tessin) gibt es Internationale Abkommen (BSO), dazu Reglemente und Ausführungsbestimmungen.
1. Ausweise
Ausweise gibt es für Schiffe, Schiffsführer und Besatzung. Ausweise müssen mitgeführt werden.
Jedes Schiff braucht einen verantwortlichen Führer. Schiffsführer ist, wer die tatsächliche Befehlsgewalt innehat.
Ein Führerausweis ist nötig für Motoren über 6 kW oder Segel über 15 Quadratmeter.
Ausweiskategorien:
- A: Motorschiffe (ohne B und C)
- B: Fahrgastschiffe
- C: Güterschiffe
- D: Segelschiffe
- E: Schiffe besonderer Bauart
Ausweis B und C gelten auch als A. Motorausweise gelten auch für Segler unter Motor. Kategorie D darf ein motorisiertes Segelschiff unter Segel fahren.
Führerausweis-Mindestalter: A ab 18 Jahren, C am 20 Jahren, D ab 14 Jahren. Ärztliche Zeugnisse nur für Profis (B und C). Mindestalter für Motorbootführer die keinen Führerausweis benötigen (z.B. bis 6 kW): 14 Jahre.
Ausweise gelten auf allen inländischen Gewässern, ausser Ausweis B, welcher nur für die geprüfte Strecke gilt. Ebenfalls auf Grenzgewässern ausser zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen: dort braucht es (ab 4.4 kW oder 12 qm) einen Eintrag des Geltungsbereichs (Verfügung 06).
Ausweise werden vom Wohnsitzkanton ausgestellt. Änderungen sind innert 14 Tagen zu melden. Ausweisentzug bei schwerem Fehlverhalten.
2. Gewässer- und Umweltschutz
Kein Dreck über bord. Logisch. Wenn es doch passiert ist (oder zu passieren droht): Polizei benachrichtigen.
Emissionen (Lärm, Rauch, Abgas, Treibstoff): so viel wie "ordnungsgemäss sachgemäss unvermeidbar" ist erlaubt. Das sind
- 72 dB(A) Knatterton
- Gemischschmierung bis maximal 2% (biologisch abbaubarem) Öl-Anteil, sofern keine Kondensate aus dem Kurbelwellengehäuse treten können.
- 2-Taktmotoren mit Fremdzündung dürfen nur noch bis 2017 betrieben werden. Danach müssen sie SAV entsprechen.
- Motoren, die seit 1995 hergestellt oder importiert wurden, unterliegen der Abgasverordnung (SAV).
- Motoren von auf dem Bodensee seit 1993 gemäss BSO zugelassenen Schiffen müssen die Abgasemissionsvorschriften Anhang C von 1993 bzw 1996 erfüllen.
- Abgasnachuntersuchungen:
- jährlich für Fahrgastschiffe (auch unter 12 Plätze), Miet- und Güterschiffe
- alle drei Jahre für andere Schiffe
- Onboard-Diagnose II befreit vor Nachuntersuchung, muss aber innerhalb von 1 Monat geflickt werden wenn kaputt.
- Unterwasseranstriche müssen der Biozidverordnung entsprechen und auf der Liste des BAG (online) aufgeführt sein.
Dienstag, 5. November 2013
Segeln: die Windrichtung
Heute für Motorbootanwärter wieder ein widerwärtiges Kapitel Segelkunde. Man kann es den Seglern zwar nachfühlen. Aber! Müssen sie denn für jede Windrichtung einen Namen erfinden??? womöglich plattdeutsch?
Seufz! Sie müssen.
Die Richtungen des Schiffes relativ zum Wind heissen:
Die Richtungen des Schiffes relativ zum Wind heissen:
- Vorwindsektor (ohne präzise Gradangabe)
- Raumsektor (bis 90°)
- mit halbem Wind (exakt 90°)
- Amwindsektor (90° bis "am Wind"-Richtung)
- am Wind (ca 130°)
- im Wind (hier kann nicht gesegelt werden)
- Am Wind segeln bedeutet so stark wie möglich gegen den Wind fahren, ohne dass die Segel zusammenfallen.
- Raumer Wind ist irgendwo zwischen am Wind und vor dem Wind.
- Wenn man auf halbem Wind fährt, kann man dies
- auf Backbordbug segelnd d.h. der Wind weht Richtung Backbord
- auf Steuerbordbug segelnd heisst dass der Wind Richtung Steuerbord weht
- vor dem Wind wird die Vortriebskraft vor allem durch Winddruck erzeugt, im Gegensatz zu allen anderen Segelarten, wo der Wind (ähnlich einer Flugzeugtragfläche) das gewölbte Segel umströmt und so laterale Kräfte ausüben kann. Die alten Rahsegler waren auf Vorwindfahrt optimiert (80° am Wind), moderne Segler sind im Gegenteil sehr gute Kreuzer (35° bis 40° am Wind) haben aber Mühe vor dem Wind zu fahren (Gefahr der Patenthalse), weshalb sie lieber vor dem Wind kreuzen.
- im Wind sind die Segel gekillt und das Schiff hat keinen Vortrieb mehr. Dieses Bremsmanöver heisst Aufschiesser.
![]() |
| Ein Rahsegler in der Lagune von Venedig (2006) |
Sonntag, 3. November 2013
Bekanntere Gewässer: das Motorboot
Nach so viel Seglerlatein zu einem erfreulicheren Thema: die Teile des Motorschiffs. Die VKS-Bibel zählt erst einmal deren 19 auf: Mittschiff, Bug, Heck, Steven, Bordwand, Wasserlinie, Unterwasserschiff, Cockpit, Blindboden, Backbord, Süllrand, Motorraum Achterschiff, Deck Vorschiff, Steuerbord, Hecklicht weiss 135°, Buglicht weiss 225°, Seitenlicht grün 112.5°, Seitenlicht rot 112.5°, Bilge (Innenraum).
Kauderwelschforschung: Der Steven scheint der Teil der Schiffsvorderkante zwischen dem Bug und der Wasserlinie zu sein. Wikipedia weiss, dass die beiden Steven Bestandteile des Schiffsrumpfs sind, nämlich die vordere und gegebenenfalls hintere, nach oben gezogene Verlängerung des Kiels eines Schiffes oder Bootes. Er besteht aus vier- oder dreikantigen Holzbalken, rund geformten Flacheisen oder speziell geformten Stahlblechelementen.
Das Cockpit ist hier plötzlich nicht mehr die schmähliche Hockgrube der Segler (die Plicht), sondern schon eher der prestigiöse Führerplatz des Flugzeugs. Ich schliesse daraus:
Übrigens, so merke ich mir die seitlichen Lichtfarben: Backbords steht der rotglühende Backofen. Der Steuermann fährt los, wenn die Ampel grün wird.
Warum die sonderbaren Abstrahlwinkel der Positionslichter?
Kauderwelschforschung: Der Steven scheint der Teil der Schiffsvorderkante zwischen dem Bug und der Wasserlinie zu sein. Wikipedia weiss, dass die beiden Steven Bestandteile des Schiffsrumpfs sind, nämlich die vordere und gegebenenfalls hintere, nach oben gezogene Verlängerung des Kiels eines Schiffes oder Bootes. Er besteht aus vier- oder dreikantigen Holzbalken, rund geformten Flacheisen oder speziell geformten Stahlblechelementen.
Das Cockpit ist hier plötzlich nicht mehr die schmähliche Hockgrube der Segler (die Plicht), sondern schon eher der prestigiöse Führerplatz des Flugzeugs. Ich schliesse daraus:
Der Süllrand ist ein aufstehender Kragen an jedweder Schiffsöffnung: damit überspülendes Wasser weniger gut eindringen kann.Ein Motorboot ist kein Segelschiff mehr, aber noch nicht ganz ein Flugzeug.
Übrigens, so merke ich mir die seitlichen Lichtfarben: Backbords steht der rotglühende Backofen. Der Steuermann fährt los, wenn die Ampel grün wird.
Warum die sonderbaren Abstrahlwinkel der Positionslichter?
- Bug- und Hecklicht leuchten zusammen rundum weiss: 225° + 135° = 360°
- Die Seitenlichter leuchten auf ihrer Seite direkt nach vorn, über die Seite, und noch 22.5° nach hinten. 90° + 22.5° = 112.5°
- Die Seitenlichter leuchten genauso weit nach hinten wie das Buglicht: 225° / 2 = 112.5°
- Warum genau 22.5°? Das ist ein Viertel des rechten Winkels, also ein 16tel des Kreises.
Samstag, 2. November 2013
Seefahrerlatein, die 48 Teile des Segelschiffs
Heute beginne ich zur Abwechslung mit dem Glossar, das es noch durchzuarbeiten gilt. Ich habe mir Spalten 15.2 und 12.1 durchgenommen, mit mässigem Erfolg: 8/11=73% und 9/15=60%. Gut, für einen ersten Versuch einer Landratte kann man das als "besser als nur geraten" qualifizieren. Aber der Weg ist noch lang...
Die neuen, mir bisher unbekannten Audrücke waren:
Was reffen heisst, weiss auch der Laie: das Segel verkleinern. Dass ausreffen das Gegenteil davon sein soll, beziehungsweise "die verkleinerte Segelfläche wieder vergrössern", scheint mir aus der Babysprache entlehnt worden zu sein. Die Backkiste hingegen ist zur Abwechslung ein anschauliches Wort. Es handelt sich um eine Kiste, wo man sowohl drauf sitzen als allerlei nautischen Krimskrams verstauen kann. Die Kiste muss nicht notwendiger achtern oder gar backbord stehen. Die Vorsilbe "back" bedeutet ja sonst wie im Englischen "rück", was beim Schiff wahlweise hinten oder links bedeuten kann. In dieser Linie ist der Backstag ein Stag (Mastabstützung), und zwar nicht die linke, sondern die hintere (auf seemännisch: achtern). Um's etwas komplizierter zu machen gibt es auch den Achterstag. Ein Backstag ist sozusagen ein doppelter Achterstag.
Beidrehen, bedeutet anhalten, wollte man meinen. Aber nein, es bedeutet: mit dem Segelschiff anhalten, nämlich duch backstellen der Fock, oder ganz allgemein indem man den Wind aus den Segeln nimmt. Das Aufschiessen ist eine andere Methode, ein Segelschiff trotz Wind zu stoppen: das Schiff wird direkt in den Wind gesteuert, dadurch beginnen die Segel zu flattern und das Schiff verliert Fahrt. Bei hohem Seegang ist es besser, die Segel am Wind flattern zu lassen, dieses Manöver heisst Nahezu-Aufschiesser.
Eine Mole ist ein Steindamm zum Schutz eines Hafens oder einer Hafeneinfahrt. Das Ende der Mole heisst Molenkopf.
Unter Navigation versteht man in der deutschen Sprache die Verfahren zur Ort- und Kursbestimmung. Also genau das, was die Umgangssprache darunter versteht. Eigentlich erstaunlich.
Die Teile der Segeljacht
Die neuen, mir bisher unbekannten Audrücke waren:
- Auslegekategorien von Sportbooten
- ausreffen
- Backkiste
- Backstag
- beidrehen
- Beisegel
- Mole
- Nahezuaufschiesser
- Navigation
Was reffen heisst, weiss auch der Laie: das Segel verkleinern. Dass ausreffen das Gegenteil davon sein soll, beziehungsweise "die verkleinerte Segelfläche wieder vergrössern", scheint mir aus der Babysprache entlehnt worden zu sein. Die Backkiste hingegen ist zur Abwechslung ein anschauliches Wort. Es handelt sich um eine Kiste, wo man sowohl drauf sitzen als allerlei nautischen Krimskrams verstauen kann. Die Kiste muss nicht notwendiger achtern oder gar backbord stehen. Die Vorsilbe "back" bedeutet ja sonst wie im Englischen "rück", was beim Schiff wahlweise hinten oder links bedeuten kann. In dieser Linie ist der Backstag ein Stag (Mastabstützung), und zwar nicht die linke, sondern die hintere (auf seemännisch: achtern). Um's etwas komplizierter zu machen gibt es auch den Achterstag. Ein Backstag ist sozusagen ein doppelter Achterstag.
Beidrehen, bedeutet anhalten, wollte man meinen. Aber nein, es bedeutet: mit dem Segelschiff anhalten, nämlich duch backstellen der Fock, oder ganz allgemein indem man den Wind aus den Segeln nimmt. Das Aufschiessen ist eine andere Methode, ein Segelschiff trotz Wind zu stoppen: das Schiff wird direkt in den Wind gesteuert, dadurch beginnen die Segel zu flattern und das Schiff verliert Fahrt. Bei hohem Seegang ist es besser, die Segel am Wind flattern zu lassen, dieses Manöver heisst Nahezu-Aufschiesser.
Eine Mole ist ein Steindamm zum Schutz eines Hafens oder einer Hafeneinfahrt. Das Ende der Mole heisst Molenkopf.
Unter Navigation versteht man in der deutschen Sprache die Verfahren zur Ort- und Kursbestimmung. Also genau das, was die Umgangssprache darunter versteht. Eigentlich erstaunlich.
Die Teile der Segeljacht
- Want
- Saling
- Vorstag
- Mast
- Masttopp
- Segellatte/Lattentasche
- Achterstag (siehe oben)
- Achterliek
- Grossbaum
- Grossschot
- Pinne
- Ruderblatt
- Spiegel
- Kiel
- Unterwasserschiff
- Wasserlinie
- Bugkorb
- Relingstütze
- Baum-Niederholer
- Grosssegel
- Vorsegel (Fock/Genua)
- Dirk
- Bugbeschlag mit Ankerrolle
- Luke
- Handlauf
- Fockschiene mit Hoepunkt
- Backskiste
- Winsch
- Fallstopper
- Schiebeluk
- Mastspur
- Scheuerleiste
- Vordeck
- Klampe
- Ankerkasten
- Cockpit
- Bug
- Wellenbrecher
- Pütting
- Holepunkt
- Reitbalken oder Traveller
- Pinne mit Ausleger
- Ruderkopf
- Ruderblatt
- Freibord (das ist ein Mass oder eine Markierung, kein Schiffsteil!)
- Schwert
- Schwertkasten
- Spiegel
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Wetter
Das Wetter interessiert den Bootsführer offenbar nur insofern es eine Gefahr darstellt. Deren sind drei:
An Wetterlagen kennen wir hier offenbar: die Westlage, den Frontdurchgang (ebenfalls von Westen), die Bise, den Föhn, den Nordföhn und Sommergewitter. Das Wetter wird während der Fahrt beurteilt nach Wind, Wolken, Sicht und Luftdruck. Die Sturmwarnleuchten kennen zwei Gefahrenstufen:
Schlechte Sicht: verursacht durch Nebel oder Niederschlag.
Die Windstärketabelle: Die 13 Beaufort-Stufen (0 ... 12) stehen für Windgeschwindigkeiten bis 32 m/s oder 116 km/h oder 63 Knoten. Daraus lassen sich die Umrechnungsfaktoren ablesen:
Die Bezeichnungen gehen von sehr leichtem Wind (B=1), über starken Wind (B=6) bis Orkan (B=12).
- starke Winde (Sturm)
- Blitzschlag
- schlechte Sicht
An Wetterlagen kennen wir hier offenbar: die Westlage, den Frontdurchgang (ebenfalls von Westen), die Bise, den Föhn, den Nordföhn und Sommergewitter. Das Wetter wird während der Fahrt beurteilt nach Wind, Wolken, Sicht und Luftdruck. Die Sturmwarnleuchten kennen zwei Gefahrenstufen:
- Vorsicht: 40 Blinkzeichen pro Minute (2/3 Hz), Bodensee: 6 Beaufort
- Sturm: 90 Blinkzeichen pro Minute (1.5 Hz), Bodensee: 8 Beaufort
Schlechte Sicht: verursacht durch Nebel oder Niederschlag.
Die Windstärketabelle: Die 13 Beaufort-Stufen (0 ... 12) stehen für Windgeschwindigkeiten bis 32 m/s oder 116 km/h oder 63 Knoten. Daraus lassen sich die Umrechnungsfaktoren ablesen:
- 1 m/s = 3.6 km/h
- 1 m/s ~ 2 Knoten
- 1 Beaufort ~ 1.5 ... 2.5 m/s
- die Mitte der Beaufort-Skala (6) liegt bei 13 m/s
Die Bezeichnungen gehen von sehr leichtem Wind (B=1), über starken Wind (B=6) bis Orkan (B=12).
Beaufort ist offensichtlich französisch und bedeutet wohl "schön starker Wind".
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Was, warum, wie
Es heisst natürlich nicht A-Schein. Die offizielle Bezeichnung ist Führerausweis für Schiffe mit Maschinenantrieb, Kategorie A, und das auch bloss hier in der Schweiz. In Deutschland ist es der Sportmotorbootführerschein. Andere Länder, andere Scheine. Aber immerhin gegenseitig anerkannt. Darauf baue ich, denn Hand aufs Herz, hier in der schönen Schweiz auf den paar Alpenrandseen ist es mir zu eng. Das Skipper-Virus hat mich im Ausland befallen. Dorthin zurück führt mich, allem Anschein nach, der Schweizer A-Schein.
Es gibt nichts beruhigenderes auf der Welt, als am Steuer eines Kahns oder Hausbootes, fernab von Städten und Siedlungen, flussab, flussauf, oder kanalwärts vor sich hin zu tuckern, durch grüne Landschaften, kleine Städtchen, historische Wasserbauwerke. Vermutlich ist es der gleiche Grund, warum sich Autofahrer ein Reitpferd halten, oder Flugkapitäne joggen gehen. Das wirkliche Leben ist zu schnell. Wer in der Freizeit nicht den Entschleuniger fährt, landet im Burnout. Für mich ist es das Motorboot auf Binnengewässern.
Und so schenkte ich mir zum 52-sten Geburtstag die Ausbildung zum Führerausweis. Vorerst in Form des Büchleins "Gute Fahrt auf Schweizerischen Gewässern". Das gilt es nun für die Theorieprüfung zu studieren. Gerade mal 109 Seiten pro Sprache, das schaffe ich locker! - Um es etwas spannender zu machen, schenke ich mir ebenfalls ein Blog. Erstens, um meine Lernfortschritte zu dokumentieren, und zweitens, gibt es hier vielleicht noch andere angehende Schiffsleute, die das interessieren könnte. Also büffeln und bloggen wir los!
Das Büchlein hat 9 Kapitel (sinnigerweise 100 bis 900 nummeriert) sowie eine CD mit Prüfungsfragen. Das erste Kapitel ist der Index, das Stichwortverzeichnis, das andere Bücher am Ende platzieren. Ich überspringe die 8 Seiten.
Das zweite Kapitel beginnt mit einem Glossar. Hier soll wohl Seemanns-Latein gebüffelt werden, so dass sich erst einmal seetauglich anhört, was es noch nicht ist. Eine kleine Stichprobe: Seite 12 Spalte 2 enthält 15 Fachausdrücke, die ich zu erraten versuche: 9 richtig, 2 halb richtig, und 4 falsch oder nicht gewusst. Ich bin also aus dem Stand zu 67% Seemansgarn fähig. Der Wert muss natürlich noch gesteigert werden. Selbsttest für den Leser. Was ist:
Ich komme später auf das Glossar zurück. Kapitel 1 enthält ausserdem: Baustoffe (im Schiffsbau), Wetter, Wettergefahren, Wetterlagen (schweizerische!), Windstärken, Schiffsteile bei Segel- und Motorschiffen, Antriebsarten, und Segelstellungen.
Moment mal, sagt da der Sportmotorbootanwärter: warum muss ich die Segelstellungen und Kurse zum wahren Wind einer Jolle und einer Segeljacht büffeln? Das Segeln ist nicht mein Ziel! Aber wie es scheint, gibt's für Nurmotorbootfahrer keine Ausnahmen: die Theorie ist die gleiche für alle. Dafür muss der Segelscheinanwärter die 8 verschiedenen Motorboot-Antriebsarten kennen (Aussenbord, Z, V, Starrwelle, S, Jet, IPS und SARO-Tunnel-Prop-Drive).
Also zurück zu den Baustoffen. Davon gibt es 11. Der Anwärter soll eine Liste von 11 Werkstoffen auswendig lernen? Bitteschön! Es sind dabei 3 Metalle, 5 Kunststoffgruppen, ein Naturstoff, 1 Kunststein, und eine Materialklasse. Die Metalle kann man leicht erraten... das dritte? Ganz einfach: Eisen und Stahl zählen als verschiedene Metalle. Bei den Kunststoffgruppen herrscht Willkür. Während GFK, Kohlenfaser und Kevlar einzeln zählen, werden PVC, ABS und ähnliche Kunststoffe zu einem Begriff zusammengenommen, die übrigen sind (das vergesse ich gleich wieder!) Materialien für Schlauchboote. Naturstoff und Kunststein sind klar: Holz und Zement. Der Pleonasmus ist dann der Baustoff Nummer 8, den ich oben "Materialklasse" nannte: Er heisst "Komposit". Wie wenn GFK, Kohlenfaser oder Stahlbeton keine Komposite wären! Da gibt's zwar ein Komposit-Beispiel "Holz mit GFK-Überzug", aber nein, diese Einteilung ist einfach nur willkürlich. Pfui, dass vergesse ich schnell wieder. Man darf ja bei der Prüfung zwei oder drei Fehler machen. - Und mein nächstes Boot baue ich aus reinem Silizium!
Das nächste Mal fahre ich mit dem Wetter weiter.
Dies ist ein Blog mit Kommentaren. Ich freue mich auf Beiträge von gegenwärtigen, und zukünftigen A-Schein-Besitzern!
Es gibt nichts beruhigenderes auf der Welt, als am Steuer eines Kahns oder Hausbootes, fernab von Städten und Siedlungen, flussab, flussauf, oder kanalwärts vor sich hin zu tuckern, durch grüne Landschaften, kleine Städtchen, historische Wasserbauwerke. Vermutlich ist es der gleiche Grund, warum sich Autofahrer ein Reitpferd halten, oder Flugkapitäne joggen gehen. Das wirkliche Leben ist zu schnell. Wer in der Freizeit nicht den Entschleuniger fährt, landet im Burnout. Für mich ist es das Motorboot auf Binnengewässern.
Und so schenkte ich mir zum 52-sten Geburtstag die Ausbildung zum Führerausweis. Vorerst in Form des Büchleins "Gute Fahrt auf Schweizerischen Gewässern". Das gilt es nun für die Theorieprüfung zu studieren. Gerade mal 109 Seiten pro Sprache, das schaffe ich locker! - Um es etwas spannender zu machen, schenke ich mir ebenfalls ein Blog. Erstens, um meine Lernfortschritte zu dokumentieren, und zweitens, gibt es hier vielleicht noch andere angehende Schiffsleute, die das interessieren könnte. Also büffeln und bloggen wir los!
Das Büchlein hat 9 Kapitel (sinnigerweise 100 bis 900 nummeriert) sowie eine CD mit Prüfungsfragen. Das erste Kapitel ist der Index, das Stichwortverzeichnis, das andere Bücher am Ende platzieren. Ich überspringe die 8 Seiten.
Das zweite Kapitel beginnt mit einem Glossar. Hier soll wohl Seemanns-Latein gebüffelt werden, so dass sich erst einmal seetauglich anhört, was es noch nicht ist. Eine kleine Stichprobe: Seite 12 Spalte 2 enthält 15 Fachausdrücke, die ich zu erraten versuche: 9 richtig, 2 halb richtig, und 4 falsch oder nicht gewusst. Ich bin also aus dem Stand zu 67% Seemansgarn fähig. Der Wert muss natürlich noch gesteigert werden. Selbsttest für den Leser. Was ist:
- Besan
- Bilge
- Blinklicht
- Blitzlicht
- Block
- Cockpit
Ich komme später auf das Glossar zurück. Kapitel 1 enthält ausserdem: Baustoffe (im Schiffsbau), Wetter, Wettergefahren, Wetterlagen (schweizerische!), Windstärken, Schiffsteile bei Segel- und Motorschiffen, Antriebsarten, und Segelstellungen.
Moment mal, sagt da der Sportmotorbootanwärter: warum muss ich die Segelstellungen und Kurse zum wahren Wind einer Jolle und einer Segeljacht büffeln? Das Segeln ist nicht mein Ziel! Aber wie es scheint, gibt's für Nurmotorbootfahrer keine Ausnahmen: die Theorie ist die gleiche für alle. Dafür muss der Segelscheinanwärter die 8 verschiedenen Motorboot-Antriebsarten kennen (Aussenbord, Z, V, Starrwelle, S, Jet, IPS und SARO-Tunnel-Prop-Drive).
Also zurück zu den Baustoffen. Davon gibt es 11. Der Anwärter soll eine Liste von 11 Werkstoffen auswendig lernen? Bitteschön! Es sind dabei 3 Metalle, 5 Kunststoffgruppen, ein Naturstoff, 1 Kunststein, und eine Materialklasse. Die Metalle kann man leicht erraten... das dritte? Ganz einfach: Eisen und Stahl zählen als verschiedene Metalle. Bei den Kunststoffgruppen herrscht Willkür. Während GFK, Kohlenfaser und Kevlar einzeln zählen, werden PVC, ABS und ähnliche Kunststoffe zu einem Begriff zusammengenommen, die übrigen sind (das vergesse ich gleich wieder!) Materialien für Schlauchboote. Naturstoff und Kunststein sind klar: Holz und Zement. Der Pleonasmus ist dann der Baustoff Nummer 8, den ich oben "Materialklasse" nannte: Er heisst "Komposit". Wie wenn GFK, Kohlenfaser oder Stahlbeton keine Komposite wären! Da gibt's zwar ein Komposit-Beispiel "Holz mit GFK-Überzug", aber nein, diese Einteilung ist einfach nur willkürlich. Pfui, dass vergesse ich schnell wieder. Man darf ja bei der Prüfung zwei oder drei Fehler machen. - Und mein nächstes Boot baue ich aus reinem Silizium!
Das nächste Mal fahre ich mit dem Wetter weiter.
Dies ist ein Blog mit Kommentaren. Ich freue mich auf Beiträge von gegenwärtigen, und zukünftigen A-Schein-Besitzern!
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